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INTRA-DISZIPLINÄRES DESIGN ALS BIOGRAFISCHER URSPRUNG: EITLE NARZISSTEN DEKORIEREN DIE WELT.
Warum Designer und Kinder
sich gern als Mittelpunkt
der Welt wähnen.
AKTION UND REAKTION:
Intra-disziplinäre Designer halten sich häufig für Künstler (die nur weil unverstanden „profanisiert” sind). Wo ist der Unterschied?
Wer bestimmt die Aufgabe?

Wer ist aktiv und wer reaktiv im intra-disziplinären Design-Prozess? Die meisten Aufträge an Designer sind recht klar definiert (z.B. „Gestalten Sie uns bitte eine B2B-Anzeige zur Absatzsteigerung!”). Der Gestalter erledigt das dann „nach allen Regeln der Kunst”.
Im Alltag sind Designer reaktiv, deren Kunden aktiv.

LÖSUNG UND KRITIK:
Wer bestimmt die Methode zur Lösung? Designer mögen es oft gar nicht, wenn der Auftraggeber mitredet, wie die Aufgabe zu lösen sei: »Davon kann der doch gar nichts verstehen, weil der kein Künstler ist!«

Entsprechend wehleidig ist der intra-disziplinäre Designer, wenn in der Präsentation des Entwurfes der Kunde etwas ändern möchte:
»Das ruiniert dann doch das ganze künstlerische Konzept des Werkes!«

Damit sind intra-disziplinäre Designer eine Art von Schamanen! Nachdem sie von der Not der Welt vernahmen, tauchen sie hinab in das transzendente Reich des Genies – und bringen vom Jensseits eine (hier nicht kritisierbare, nur anzubetende) Heldentat mit.

Sind auch Designer nur Fach-Idioten, aber mit totalitärem Anspruch?

METHODE UND REFLEXION:
Der intra-disziplinäre Gestalter hat eine klare Vorstellung, wie die Probleme der Welt zu lösen sind. Das gilt nicht nur für Designer, sondern auch für jene, die ökonomisch, therapeutisch oder politisch gestalten.
So ist z.B. für Direktmarketer ein gutes Mailing noch immer das Mittel der Wahl gewesen, um beliebige Aufgaben zu lösen. Für Internet-Jünger dagegen ist natürlich das Internet die Lösung für jedes Problem (und verwechselt das Werkzeug mit dem Werkstück).
Die Methode wird dabei nicht reflektiert, weil sie die Identität des Gestalters liefert: Ist der doch nicht geneigt, zwischen Person und Rolle zu differenzieren.
ANSPRUCH UND GRENZEN:
Gestalter und Mitarbeiter anderer Abteilungen unterscheiden sich im intra-disziplinären Paradigma wenig von einander: Jeder spricht so seine (Fach-)-Sprache und unternimmt gar nicht erst den Versuch, eine weitere Welt-Sicht als bereichernd zu erleben.
In totalitärer Manier werten diese Künstler andere Lebenswelten als „unkonsequent” (also minder-wertig; und halten somit alle Anderen für „Barbaren” oder einfach für „Deppen”).
Designer glauben gerne, dass sie als Schöpfer(-Gott) pro-aktiv sind und uns vor „Horror vacui” retten (wofür sie dann auch gebührend bewundert werden wollen).

Der Alltag von Designern ist jedoch meist reaktiv: Der Auftraggeber als strategische und analytische Instanz gibt klare Anweisungen.
Kreative unterschiedlicher Sparten unterscheiden sich kaum darin, dass sie sich für den Mittelpunkt der Welt halten, die jeweils den wesentlichen Parameter gestalten.
Auch Mitarbeiter verschiedener Abteilungen halten sich gern jeweils für den Mittelpunkt der Welt (bzw. den Kern des Unternehmens).
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design