ArkadenCode
PROFITIERT DIE DESIGN-THEORIE VON DER EMPRIRISCHEN ERKENNTNIS-THEORIE?
Entwicklungs-
Psychologie als
Basis einer
Design-Theorie?
ANSATZ:
Ich schlage hier einen Weg vor, über den „Tellerrand” konventioneller Grafik- oder Produkt-Designer weit hinauszublicken – in Richtung einer allgemeinen Theorie von Gestalt und Gestaltung.

Um die populistische Beliebigkeit von spekulativen Wortspielen zu vermeiden, bin ich an einer empirischen Basis stark interessiert. Hierbei knüpfe ich mit Jean Piaget (1896–1980) an einen der produktivsten Empiriker überhaupt an.

Ich versuche zu skizzieren, dass seine strukturelle Unterscheidung von drei basalen Paradigmen auch und gerade für eine Designtheorie sehr fruchtbar ist.

INTRA-, INTER- & TRANS-:
Die Präfixe „intra”, „inter” und „trans” stehen in Piaget & Garcia (1983) und Garcia (1987) isoliert als Klassennamen. Inzwischen werden sie u.a. in Kombination mit dem Paradigma-Begriff verwendet. Etwa wird in der Einladung zum 8. Symposium der Piaget-Gesellschaft (2000) „intra-, inter- und trans-paradigmatisch” verwendet.

Die drei Stufen leiten sich von der kognitiven Entwicklung ab: Kleinstkinder begreifen nur Eigenschaften im Zusammenhang mit einem ganz bestimmten Objekt (intra-objekt).

Später erkennen sie, dass z.B. die Wasser-menge nach dem Umschütten in ein anderes Glas gleich bleibt (inter-objekt). Als Jugendliche erst können sie völlig abstrakt denken, ohne konkrete Anschauungs-Beispiele zu brauchen (trans-objekt).

Rolando Garcia (1987: 139f) definiert das Paradigma der Erkenntnis-Hierarchien nach Piaget ausführlich:

»I belive that this picture, which cannot be elaborated here in extenso, is very much in line with what we tried to develope in the book ”Psychogenèse et histoire des sciences”. Piaget and I mentioned there that we found in several fields that the construction of a theory goes, in general, through three different moments:

A moment when a number of isolated facts known, identified and analysed independently of each other;

another moment when theses facts are found to be connected by transformations that leave something invariant;

and a third moment when you have a structure that explains the transformations and the invariance, and each particular case,

We have called these three steps ”intra”, ”inter” and ”trans”.«

Garcia, Rolando (1987): „Sociology of Science and Sociogenesis of Knowledge.” in: Inhelder, Bärbel; De Caprona, Denys & Cornu-Wells, Angela (1987): „Piaget today”. Hove (East Sussex, UK): Lawrence Erlbaum Associates Ltd, Publishers.
Piaget, Jean & Garcia, Rolando (1983): „Psychogenèse et histoire des sciences”. Paris: Flammarion.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design