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NICHT BÜROKRATIE, SONDERN DIE ENTZERRUNG VON PROZESSEN STEHT IM MITTELPUNKT.
Was ankommt, sind
Kommunikationen
und nicht
Organisationen.
IDENTITY UND DESIGN:
Es ist wichtig, sich selbst über seine Werte und Methoden klar zu werden. Dazu ist ein Corporate Identity Prozess hilfreich.

Keineswegs kann aber ein ansprechend gestaltetes Booklet namens „Corporate Philosophy: Unsere Leitsätze” die Perspektive darstellen. Um nicht im Dekorativen zurückzubleiben, muss das operative Geschäft fokussiert werden. Konkrete Geschäfts-Prozesse müssen gestaltet werden, nicht dekoriert.

HERMENEUTIK UND DESIGN:
Jede Kommunikation wird erst durch das Verstehen des Empfängers abgeschlossen und hierdurch definiert (Luhmann 1984: 198f). Eine Kommunikation, die nicht verstanden wird, ist also gar keine! Dabei ist zu betonen, dass ein Missverständnis sehr wohl ein Verständnis in diesem Sinne darstellt.

Das Kommunikations-Design ist damit auch schon definiert: Es muss erstens überhaupt verstehbare Artefakte erzeugen, die zweitens (im Hinblick auf den Empfänger!) die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen minimiert.

Denn das hermeneutische Grundprinzip lautet: »Der Empfänger, nicht der Absender ist es, der die Bedeutung einer Botschaft bestimmt.«
(Hermeneutik = Auslegungslehre)

Usability ist nur
der Name für die
Qualität von Design.

INSTINKT UND DESIGN:
Jede Kommunikation besteht zu einem wesentlichen Teil aus dem Strukturieren der Botschaft. Es kann nicht alles, was es zu einem Thema zu sagen gibt, gleichzeitig gesagt werden. Ähnlich der visuellen Wahrnehmung geht auch verbale Kommunikation vom situativen Ganzen sukzessive ins Detail.

Diese natürliche Reihenfolge der Informations-Verarbeitung kann durch gutes Design unterstützt werden – vice versa.

Eine Mitteilung kann nur richtig verstanden werden, wenn die Haltung des Senders bekannt ist. (»Ist das wörtlich zu nehmen oder ironisch gemeint?«) Diese Haltung ist aber erst dem Text zu entnehmen. Die zirkuläre Logik wird „hermeneutischer Zirkel” genannt.

WORKFLOW UND DESIGN:
In großen Unternehmen wird natürlich nicht nur einmal das Briefpapier und die Visitenkarten gedruckt: Die normale Fluktuation von Mitarbeitern führt dazu, dass ständig neues Material produziert werden muss.

Darauf wurde im Design-Prozess bereits eingegangen, indem z.B. ein Bestell-Formular gestaltet wurde.

Trans-disziplinäre
Designer arbeiten
daran, sich selbst
überflüssig zu
machen.

FREIHEIT & ZWANG:
Mancher intra-disziplinäre Designer hat schon versucht, Kunden an sich zu binden, indem er z.B. mit den Daten digitaler Gestaltung sehr restriktiv umgeht. Die Hoffnung, alle Weiter-Entwicklungen so zu akquirieren, geht häufig daneben.

Nicht nur dem Auftraggeber macht unkooperatives Verhalten keinen rechten Spaß: Auch der Designer selbst wird sich viel mehr um diese langweiligen, administrativen Dinge kümmern als er angeblich will.

Das Ziel des trans-disziplinären Designers muss daher sein, sich selbst überflüssig zu machen! Ein Gestaltungs-Handbuch ist ein guter Schritt in diese Richtung: Denn mit diesem kann der Kunde sich für jedes weitere Gestaltungs-Projekt wirklich frei entscheiden, ob er es inhouse lösen kann und möchte oder ob er es outsourcen möchte – und, an wen ...

KREATIVITÄT & INFANTILITÄT:
Dass dem intra-disziplinäre Designer unverkennbar regressive Züge anhaften, wurde bereits ausgeführt. Doch an keinem Thema wird das deutlicher als beim Gestaltungs-Handbuch.

Zwanghafte Kreativität kann auch destruktiv sein, wie wir beim Vergleich von Design und Vergessen sahen. Intra-disziplinären Designern ist das nicht bewusst.

Sinnvolle Vorgaben
erleichtern auch
dem Designer die
Arbeit.

EFFIZIENZ & DESIGN:
Es ist eine Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alles Andere auszublenden. Genau das wird vom inter-disziplinären Designer erwartet: Eine definierte Aufgabe soll effizient und durchaus reflektiert gelöst werden. Trotzdem muss von allzu peripheren Grundsatz-Diskussionen unbedingt Abstand genommen werden.

Es widerspricht der geforderten Kreativität keineswegs, einen Rahmen mit standardisierten Prozessen vorzufinden. Im Gegenteil befreien erst Routinen an anderer Stelle Kapazitäten für Kreativität.

In diesem Sinne ist es gemeint, dass ein formales Rahmen-Design es ermöglicht, sich inhaltlich ganz auf das konkrete Kommunikations-Problem einzulassen.

IDENTITÄT & PRÄZISION:
Zwei günstige Effekte gehen von der Standardisierung durch digitale Design Manuals aus:

Die benötigten Daten liegen identisch wie im Gestaltungs-Handbuch abgebildet auch direkt nutzbar auf CD-ROM vor.

Es wird so zunehmend leichter, ein konsistentes Erscheinungsbild zu erhalten. Die Gestaltungs-Raster sind gleich anwendbar und werden eher akzeptiert.

Die konzipierte Serie von Geschäftspapieren gibt den (bisher sehr disparaten) Tochter-Unternehmen des „Medienhaus Der neue Tag” ein einheitliches Erscheinungsbild.

Die unterschiedlichen Formulare konnotieren die Botschaft und unterstützen so den Verstehens-Prozess, da sie die Erwartung steuern.
Ein gutes Gestaltungs-Handbuch erleichtert dem Medien-Gestalter die tägliche Arbeit: So kann er sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren: den Inhalt.
In einem Gestaltungs-Handbuch sind die häufigsten Anwendungen zu dokumentieren. Alle Fälle können unmöglich berücksichtigt werden.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design