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INTRA-, INTER- UND TRANS-DISZIPLINÄRES DESIGN IN DER PRAXIS: LÖSUNGS-ORIENTIERTES DENKEN
Wir sehen nicht
das, was wir
glauben zu sehen!
WAHRNEHMUNG UND DESIGN:
Die Zeit spielt auch beim scheinbar statischen Grafik-Design eine zentrale Rolle: Bei sehr kurzer Betrachtungs-Dauer sieht der Mensch keineswegs alles, was tatsächlich vorhanden ist.

Unter ca. einer halben Sekunde, werden Details (wie etwa Material-Texturen) nicht wahrgenommen!

Für eine schnelle Orientierung im Raum ist das auch gar nicht notwendig. Es gab evolutionär somit keinen Anlass, mit enormen „Hardware-Einsatz” mehr als das Notwendige und Nützliche zu implementieren.

DRAMATURGIE UND DESIGN:
Aus dieser neuro-physiologischen Tatsache (vgl. „Konvergenz”, Goldstein 1997: 61) folgt, dass jede Wahrnehmung ein zeitlicher Prozess ist. An einem bestimmten Punkt ist das Gesehene detailliert genug, um als erkannt zu gelten. Hier wird der Prozess degressiver Interpolation (mit abnehmendem Interpolations-Radius) abgebrochen und z.B. neu fokussiert.

Das Interesse kann einem Sub-System im bisherigen Objekt zugewandt werden (intra-systemischer Fokuswechsel), ein neues Objekt wählen (inter-syste-mischer Fokuswechsel) oder sich einem anderen Modus als dem Sehen zuwenden (trans-systemischer Fokuswechsel: Denken, Hören, etc.).

Dramaturgie ist also Alltag!

Diese Zeitreihen (von oben nach unten zu lesen) illustrieren den Effekt der „Degressiven Interpolation”: Mit zunehmender Betrachtungszeit werden immer mehr Details erkannt.

Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design