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WARUM ES NOCH KEINE COMMUNITY ERZEUGT, DIE ZEITUNG EINFACH INS NETZ ZU STELLEN.
Usability ist,
wenn man keine
Ahnung hat, was
man eigentlich
nicht findet?!
VORHER-NACHHER-AUFTRAG:
Ein ganz normaler Auftrag benutzt häufig eher ästhetisches Vokabular. Vor allem, wenn es um ein Medium geht, dessen Sinn und Funktionsweise keinem so richtig klar ist. Dieses Medium heißt in vielen Fällen „Internet“. In seinen Anfängen war es ein cooles „Me-too-Medium”, das per se das Image von Innovation versprach.

Ein „guter” Internet-Auftritt war demnach ein beeindruckender: Möglichst viele Features, maximale Anzahl von Effekten und der Charme der Einmaligkeit! Eben das haben wir bereits als intra-disziplinäres Design beschrieben. Genau hier ist ein Auftrag zu verorten, der Internet „schöner” machen will/soll.

KRISE DER MEDIEN-BRANCHE:
Der Paradigmenwechsel zum inter-disziplinären Design vollzog sich in diversen Bereichen eher schmerzhaft und unfreiwillig (und ist in seiner Lang-Form als Zusammenbruch des Neuen Marktes bekannt).

Plötzlich wurden auch wirtschaftliche Erwägungen relevant, die nach der Effizienz der investierten Mittel fragte (also die Kybernetik erster Ordnung praktiziert).

Diese Leit-Differenz („Zahlung/Nicht-Zahlung”) war der verwöhnten Branche nicht die liebste, die es eher mit „schön/hässlich” oder „wahr/unwahr” hielt.

Ein Content-
Management-
System ist nicht
einfach eine
„bessere Web-
Site”
.

MEDIEN-BRANCHE UND KRISE:
Strukturelle Züge sind wesentlich für die Krise der Medien-Branche (die teilweise behörden-ähnliche Formen prägt). Flexibilität hinsichtlich der Strukturen wären aber, die aus der Rezession in eine Medien-Zukunft führen könnten.

Ein völlig neues Selbst-Verständnis (Corporate Identity) zu entwickeln bedeutet für den trans-disziplinären Designer unbedingt auch, den Kontext mit zu be-denken. Für eine Regionalzeitung ist es charakteristisch, dass sie „aus der Region für die Region” berichtet: Das Produkt ist selbst-bezüglich (reflexiv)!

PROJEKT UND GRENZEN:
Ein konkreter trans-disziplinärer Ansatz kann folglich so aussehen: Viele Funktionen, die bisher manuell mit großem personellen Aufwand realisiert wurden (mehr schlecht als recht), könnten mit einem datenbank-basierten Content-Management-System stark vereinfacht bzw. automatisiert werden.

In der Konsequenz könnten sämtliche Geschäfts-Prozesse auf dieser Plattform verknüpft werden. Einfache Beispiele sind die online aufgegebenen Anzeigen, die automatisch gesetzt und abgerechnet werden - aber auch dem Anzeigenkunden per eMail zum Geburtstag gratulieren und „seine” Site nach Interessen konfigurert … sogar Content liefern könnte der „freie Mitarbeiter”.

Am Anfang war der typische Re-Design-Auftrag:
„Die inhouse entwickelte Gestaltung finden wir nicht so ideal. Bitte modifizieren Sie das Interface im Hinblick auf’s Corporate Design!”
Eine Analyse zeigte, dass ein Re-Design nicht lohnt - statt dessen sollte das Konzept besser neu überdacht werden: Produkt-Design als Community Design, das zusätzliche Dimensionen des sozialen Netzwerkes aktiviert.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design