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WAS SIND DIE KONSTANTEN - UND WAS DARF IM DESIGN-PROZESS IN FRAGE GESTELLT WERDEN?
Ist eigentlich die Struktur eine Folge der Funktion, oder umgekehrt?!
PROBLEM UND GENESE:
Häufig ist mangelnde interne Kommunikation die Ursache von Schwierigkeiten, die sich in ineffizienten Reibungsverlusten manifestieren können. (Das haben widerum unternehmerische und psychologische Intervention gemeinsam.)

Gerade bei Unternehmen, die über Jahrzehnte fast konkurrenzlos und deshalb erfolgreich waren, sondern sich die einzelnen Abteilungen gegeneinander zu stark ab: Die interne Kommunikation läuft nur noch über den „Dienstweg” entlang der einzelnen hierarchischen Vertikalen. Die Folge kann sein, dass eine Abteilung über wenig Wissen verfügt, welche Prozesse und Interessen eine andere Abteilung auszeichnen.

Im schlechten Fall können regelrechte Rivalitäten zwischen Abteilungen entstehen. Diese werden auch ungewollt nach außen getragen: Kunden und Lieferanten erhalten den Eindruck, sie hätten es mit selbständigen Unternehmen zu tun, nicht mit Abteilungen.

Wenn das Management dies nicht frühzeitig erkennt und gegensteuert, ergeben sich über längere Zeiträume tatsächlich Spaltungstendenzen. Diese spiegeln sich z.B. im Design wider, weil natürlich jede Abteilung eine eigene Werbeagentur beauftragt.

Im Design wie in der Politik: »Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!«

DESIGN UND THERAPIE:
Aufträge an Designer sind nicht immer sehr eindeutig formuliert. Psychotherapeuten geht das nicht anders. Weitere Gemeinsamkeiten weisen die Bereiche auf:

In der Regel tritt ein Klient an den Therapeuten-Designer mit der Bitte heran, einen Leidensdruck zu lindern. Zumeist sind es „die Anderen”, die diesen Leidensdruck erzeugen (z.B. „meine Kunden gehen fremd”). Für den systemischen Therapeuten-Designer ist allerdings auch klar, dass nicht „die Anderen” das Problem sind (ebensowenig wie der „Index-Patient” namens Auftraggeber).

Vielmehr ist es so, dass das System aus allen Beteiligten eigentlich gut aufeinander eingespielt ist! Jeder hat seinen spezifischen Vorteil aus dem aktuellen Arrangement (z.B. kann der „Index-Patient” seine infantile Faulheit ausleben, ohne dafür die Verantwortung übernehmen zu müssen: Was das mit Politik zu tun hat …?).

Konkret meint der systemische Ansatz, dass sich das komplette System ändert, wenn ein Beteiligter sein Verhalten ändert (und zwar egal welcher!). Die spannende Frage bei jedweder Intervention ist demnach:

»Was muss unbedingt so bleiben wie es jetzt ist und was kann, darf oder soll verändert werden?«

Dieses vereinfachte Basis-Schema ist eine Landkarte der einzelnen Abteilungen und deren Interessen, die in konkrete, sinnvolle Einzelschritte zerlegt wurden.
Jede trans-systemische Corporate Identity muss sich hierarchischer Element-Klassen bewusst sein, aus denen die Körperschaft besteht.
Moderne Gesellschaften neigen nach Luhmann (1984) zu „Funktionaler Differenzierung”: Die einzelnen Sub-Systeme sind kommunikativ autonom und verwenden einen jeweils eigenen Code (Leit-Differenzen). Diese Funktions-Systeme gliedern sich dann wieder in Abteilungen etc.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design