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WEM NÜTZT EINE INTRA-, INTER- UND TRANS DISZIPLINÄRE SICHT VON IDENTITÄT?
Warum einfache
Gemüter Identität
mit Design
verwechseln?
CORPORATE DESIGN:
Aus intra-systemischer Sicht wird Corporate Identity mit Corporate Design verwechselt: Das visuelle Erscheinungsbild ist ein durchaus wichtiger Punkt des Ausdrucks von Identität, zumal gerade Menschen die meisten Informationen über das Auge aufnehmen. Aber „dekorativer Ausdruck” ist doch nicht Identität!

Intra-disziplinäre Designer beschränken sich hierbei meist auf die Fragen des klassischen Grafik-Designs. Bereits die Dimension von sprachlicher Gestaltung ist häufig kaum berücksichtigt, wie auch die ergonomisch-funktionale Ebene völlig fehlt.

LINEARE LOGIK:
Gerade wenn intra-systemische Corporate Identity (Corporate Design) nur die visuellen Aspekte gestaltet, ist sie eindimensional zu nennen.

Die Logik kann mit der Verwechlung eines Teiles mit dem Ganzen beschrieben werden (pars pro toto).

Dabei wird eine lineare Logik zugrunde gelegt: Wenn ich das Richtige gestalte, wird auch das Gewünschte bewirkt. Vorausgesetzt wird eine mechanistische Welt, in der alles auf Knopfdruck funktioniert - wenn nur der korrekte Knopf gekannt wird. Und das im vorigen Kapitel beschriebene „schamanistische Genie” kennt diesen zweifellos ...

Ideen generieren ist eines; Ideen zu bewerten ist etwas ganz anderes.

QUALITÄT UND QUANTITÄT:
Die intra-systemische Sichtweise von Identität hat unverkennbar regressive Züge: In „ödipaler Manier” werden alle potenziellen Autoritäten getötet, indem sie quantitativ überboten werden („bigger, better, faster!”). Qualitative Differenzen und funktionale Aspekte werden nicht registriert.

PROBLEM UND LÖSUNG:
Der Ausgangspunkt von intra-disziplinären Corporate Identity Prozessen sind wahrgenommene, also offensichtliche Differenzen zwischen konkreten Objekten. »Wenn die Konkurrenz einen BMW fährt, muss ich das natürlich auch – aber einen größeren BMW. Dann bekomme ich den Auftrag!«

Ob das Instrument tatsächlich (überhaupt, oder in welchem Maße) z.B. die Auftragsvergabe beeinflusst, wird nicht weiter reflektiert. Diese unreflektierte Sicht ist eng verwandt mit der faschistoiden Dummheit, die kulturelle nicht von phy-sio-logischen Differenzen unter-scheidet.

Das Objekt wird naiv mit seiner Funktion identifiziert. Alternative Instrumente zur Generierung desselben Effektes werden nicht angedacht.

Auch Mitarbeiter verschiedener Abteilungen halten sich gern jeweils für den Mittelpunkt der Welt (bzw. den Kern des Unternehmens).
Ein intra-disziplinäres Verständnis von Corporate Identity verwechselt diese narzistisch-naiv mit Corporate Design, wofür man von allen bewundert werden möchte.
Die intra-systemische Analyse liefert ein Verzeichnis von Begriffen, die Gegenstand von Bedeutung (im jeweiligen Kontext) sein können.
Die Sortierung der Anwendungsgebiete liefert keine Theorie, sondern nur einen gegliederten Katalog von Feldern der Eitelkeiten.
Apoplekt, Institut für angewandte Systemsemiotik und Kommunikations-Design